Über Technik aufklären

Digitale Assistenzsystem unterstützen die Autonomie von Menschen mit Einschränkungen und sparen Kosten. Ein Start-up will Einrichtungen helfen, mit den Geräten zu experimentieren.

Die Idee zu Libermi kam einem der Gründer, als er sich um seine starksehbehinderte Mutter kümmerte, die an der Schwelle zum Eintritt in ein Seniorenheim stand. Er stellte ihr die Sprachassistentin Alexa von Amazon hin. Nach anfänglicher Skepsis war die Seniorin zunehmend begeistert und nutzte mit der Zeit und nach Gesprächen mit dem Sohn immer mehr Möglichkeiten des Systems.

Das Projekt Libermi gewann dann auch direkt ein Gründerstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen und machte sich ans Werk. Ziel des Unternehmens ist es, das intuitive, bildschirmlose Sprachsystem Alexa zu installieren, technisch zu warten oder auch lediglich beim Einstieg zu beraten. Libermi ist jedoch kein Amazon-Unternehmen.

Unter digitalen Assistenzsystemen verstehen wir alle technischen Systeme, die zur Verbesserung der Autonomie und zur Steigerung
der Lebensfreude beitragen. Notfallrufe, Telefonbedienung oder das Anschalten des Radios sind nur drei Beispiele. Doch die Menschen,
die digitale Assistenzsysteme nutzen könnten, wissen einfach noch nicht, was damit alles geht. Und auch die Fachleute, die Menschen mit Einschränkungen beraten, haben oft keine Ahnung, was es alles an technischer Unterstützung gibt. Zu unübersichtlich ist der Markt, zu wenig bekannt ist der Nutzen von vielen Systemen.

Zwar wurde in den letzten Jahren Active Assisted Living, also alltagstaugliche Assistenzlösungen für ein selbstbestimmtes Leben, mit
Millionen Euro gefördert, aber es ist ruhig um das Thema geworden. Die Projekte sind im Sande verlaufen. Vermutlich war es zu früh,
es haperte an den technischen Möglichkeiten. Jetzt gerade beleben Glasfaserinternet, Smart Home und die natürliche Sprachverarbeitung das Thema neu.

Einer Studie der Hochschule Fresenius zufolge könnten jährlich drei Milliarden Euro eingespart werden, wenn zehn Prozent der Senioren ein Jahr länger als zuvor in ihrer häuslichen Umgebung leben würden. Dazu könnten digitale Assistenzsysteme beitragen.

Nachdem Libermi ursprünglich mit dem Konzept Beratung, Einrichtung und Support von digitalen Assistenzsystemen antrat, wollen
wir jetzt die Aufklärung zum Thema vorantreiben. Zielgruppen sind Senioren und Seniorinnen, Seh- oder Hörbehinderte, Menschen
mit körperlichen Einschränkungen sowie Demente. Für dieses Projekt suchen wir noch Kooperationspartner und Finanzierungsmöglichkeiten. Wir arbeiten an einem Konzept für eine Plattform, die drei Funkionen übernehmen soll. Die Plattform soll Beratung für die Zielgruppen und deren Angehörige ermöglichen. Zusätzlich soll sie über die vorhandenen digitalen Assistenzsysteme
aufklären. Die Informationen sollen dabei nach Zielgruppe gebündelt und bewertet sein. Die Plattform soll außerdem Fortbildungen
für Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen zu den Möglichkeiten der einzelnen Assistenzsysteme anbieten.

Nehmen wir ein Seniorenheim mit 100 Bewohnern. Jedes Zimmer ist mit einem Sprachassistenten ausgestattet, welcher den Bewohnern unter anderem die Möglichkeit bietet ohne Telefon und Notfallknopf direkt mit dem Pflegepersonal zu kommunizieren oder Betteinstellung, Licht und Jalousien zu steuern. In den USA werden derartige Systeme bereits mit Alexa betrieben. In Deutschland
dürfte das aufgrund von Datenschutzrestriktionen schwer möglich sein. Bleibt zu hoffen, dass sich das mit Crowdfunding finanzierte
Open Source-Sprachsystem Mycroft dem Thema Vernetzung und Einsatz im Gesundheitssystem zuwendet. Mycroft ist das einzige Sprachsystem, das Betreiber und Träger von Einrichtungen direkt auf ihren eigenen Servern hosten können und damit Datenhoheit hätten.

“Natürlich gibt es auch Kritik an den ganzen technischen Möglichkeiten. Doch Ziel ist es zunächst, die Machbarkeit aufzuzeigen. Denn wenn man die Lebensfreude einer blinden 80-Jährigen spürt, die sich gerade via Sprachassistent ihr Lieblingslied angeschaltet hat, ist Datenschutz nur noch ein Wort.”

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      Die Plattform für Menschen mit Einschränkungen und Senior:innen und deren Angehörige, die ihre Autonomie, digitale und soziale Teilhabe, Sicherheit und Lebensfreude mittels technischer Assistenzsysteme verbessern möchten.

      Kontakt

      Libermi UG (haftungsbeschränkt)

      Brückenstraße 62, 53842 Troisdorf

      info@smart-home-assisted-living.de

      +49 (0)2241 2610911

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